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Öffi-Aktion: „Meine Luft = Reine Luft“

Mag. Birgit Konecny (Leiterin A 13), Dr. Gerhard Semmerlrock (Leiter A 15), LR Mag. Jörg Leichtfried und Dipl.-Ing. Andreas Tropper (Leiter A 16, von links). © Land Steiermark
Mag. Birgit Konecny (Leiterin A 13), Dr. Gerhard Semmerlrock (Leiter A 15), LR Mag. Jörg Leichtfried und Dipl.-Ing. Andreas Tropper (Leiter A 16, von links).
© Land Steiermark

Im Beisein der Leiter der jeweils zuständigen Landesabteilungen präsentierte Umwelt- und Verkehrslandesrat Jörg Leichtried heute in Graz seine Pläne zur Luftreinhaltung für die kommenden Jahre. Mit der Aktion Externe Verknüpfung „Meine Luft = Reine Luft" will man bereits im kommenden Winter der Bevölkerung den Umstieg vom PKW auf den Öffentlichen Verkehr noch schmackhafter machen. Verschärft werden künftig die Kontrollen und die Überwachung des IG-L 100ers.

Landesrat Jörg Leichtfried stellte zu Beginn seiner Ausführungen klar, dass „wir heute beim Feinstaub keinesfalls vor einer Alarm-Situation wie vor etwa 10 Jahren stehen, wo es galt, aufgrund der extrem hohen Feinstaubbelastung Akut-Maßnahmen zu setzen." Wie sich in den letzten 10 Jahren sehr deutlich herausgestellt habe, würden laut Leichtfried nur mittel- bzw. langfristig geplante und genau durchdachte Maßnahmen auch entsprechende Wirkung zeigen. „Die konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung des Luftreinhalteprogramms Steiermark bestätigen dies eindrucksvoll", so der Landesrat, der hier den Ausbau der Fernwärme in Graz mit über 1000 Neuanschlüssen seit 2010, der mit 14 Mio. Euro von Landesseite gefördert wurde, besonders erwähnte. „Im Verkehrsbereich waren es vor allem die Geschwindigkeitsbeschränkungen durch Verkehrsbeeinflussungsanlagen (kurz VBA-Anlagen), die Fahrverbote für Alt-LKW inkl. der Förderung der Neuanschaffungen, die Förderungen für Hybrid- und Erdgastaxis sowie die Maßnahmen zur Attraktivierung der Öffentlichen Verkehrsmittel sowie des Öffi-Netzes verbunden mit entsprechender Bewusstseinsbildung, die nachhaltig zur Reduktion der Feinstaubbelastung beigetragen haben", betonte Leichtfried. Insgesamt seien in den letzten Jahren 37 Mio. Euro gezielt in die Verbesserung der Luftgüte investiert worden - dabei seien die Mittel, die über energietechnische Maßnahmen die Luftgüte ebenfalls verbessern, gar nicht mit berücksichtigt.

Vor 10 Jahren gab es an einzelnen Messstellen über 100 Überschreitungen pro Jahr mit einer Überschreitungshöhe von bis zu 400%. Seitdem ging die Feinstaubbelastung durch die konsequente Umsetzung des Luftreinhalteprogramms stetig zurück. 2014 wurden die EU-Grenzwerte erstmals flächendeckend eingehalten und somit ein laufendes EU-Vertragsverletzungsverfahren eingestellt. „Im heurigen Jahr können aufgrund nicht sehr günstiger meteorologischer Verhältnisse mit hoher Wahrscheinlichkeit die erlaubten Überschreitungstage nicht eingehalten werden. Dies allerdings in einem Ausmaß, das keinen Vergleich zu den hochbelasteten Vorjahren zulässt", sagte der Landesrat, der sich damit jedoch nicht zufrieden gibt. „Zufrieden bin ich erst dann, wenn wir - unabhängig von meteorologischen Einflüssen - die Grenzwerte einhalten können."

Verschärfte Kontrollen und Überwachung des IG-L 100ers

Das durch VBA-Anlagen gesteuerte Tempo 100 Limit auf Teilabschnitten der A2 und A9 hat sich als sehr wirksame Maßnahme zur Reduktion der Feinstaub-, besonders aber auch der NOX-Belastung erwiesen.
Besonders wichtig dabei: Die Wirksamkeit dieser Geschwindigkeitsbeschränkung ist unabhängig von der Abgasklasse und damit unbestritten. Wer langsamer fährt, braucht weniger Treibstoff und verursacht damit weniger Emissionen, egal welche Euroklasse und egal ob die Emissionen im Realbetrieb höher sind als am Prüfstand. Weniger Spritverbrauch ist weniger Feinstaub und NOX! „Ich weiß auch, dass der IG-L 100er bei den AutofahrerInnen und hier vor allem bei jenen, die tagtäglich auf ihrem Arbeitsweg davon betroffen sind - um es freundlich auszudrücken - nicht besonders beliebt ist. Diese mangelnde Akzeptanz liegt vor allem daran, dass sich viele FahrzeuglenkerInnen und hier vor allem Lenker aus dem Ausland nicht daran halten und die Kontrollen und Bestrafungen durch die Exekutive gerade bei ausländischen Fahrzeugen nicht wirklich greifen. Es ist mir deshalb ein ganz persönliches Anliegen, dass die Kontrollen zukünftig verschärft werden und auch ausländische Fahrzeuglenker bei Überschreitungen zur Kasse gebeten werden", erklärte Leichtfried, der aus diesem Grund bereits mit der ASFINAG in Verhandlung getreten ist. „Wir werden im kommenden Jahr an zwei besonders frequentierten Stellen an der A2 eine automatisch IG-L gesteuerte Geschwindigkeitsüberwachung installieren, die rund um die Uhr in beiden Fahrtrichtungen `blitzen´ wird. Diese neuen Radarkästen werden mit einer Frontkamera ausgestattet sein und entsprechen damit den Anforderungen für die verkehrsstrafrechtliche Verfolgung ausländischer Raser." Einer dieser Radarkästen werde bei der Flughafenabfahrt in Feldkirchen installiert werden, womit man auch gleichzeitig dem dringlichen Anliegen der dortigen Bürgerinitiative nachkomme. Der zweite Standort werde noch ermittelt. Die Kosten für diese Überwachung betragen pro Messstelle rund 250.000 Euro und werden je zur Hälfte vom Land und von der ASFINAG getragen. „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir mit dieser Überwachung die Wirksamkeit der Geschwindigkeitsbeschränkung weiter erhöhen und damit auch die Akzeptanz bei den heimischen AutofahrerInnen erhöhen", ist der Landesrat überzeugt.

Kampagne „Meine Luft = Reine Luft"

Für den heurigen Winter wurde eine ganz besondere Aktion zur Luftreinhaltung in Kombination mit dem Öffentlichen Verkehr entwickelt. Unter dem Motto „Meine Luft = Reine Luft" geht es bei dieser Aktion besonders darum, der Bevölkerung den Umstieg vom PKW auf den Öffentlichen Verkehr schmackhaft zu machen. Dabei geht es uns nicht um besonders vergünstigte Feinstaubtickets für die Winterperiode, die ja, wie die Projekte in der Vergangenheit gezeigt haben, meist von Menschen genutzt werden, die sowieso mit dem ÖV fahren und nur wenige Neu- bzw. Testkunden bringen. „Wir wollen mit dieser Aktion nicht nur PKW-kilometer einsparen, sondern auch zum Testen des Öffentlichen Verkehrs als Alternative zum Auto anregen und so auch Neukunden gewinnen", so Leichtfried. In den Monaten Dezember, Jänner und Februar wird es daher an jedem Freitag von 0 - 24 Uhr die Aktion Stundenkarte = Tageskarte geben.
Wer an diesen Tagen eine Stundenkarte löst, bekommt für die Zonen der gelösten Stundenkarte den restlichen Tag „dazu geschenkt". Das heißt, mit dem Stundentarif kann man die Öffentlichen Verkehrsmittel den ganzen Tag nutzen. „Wir möchten aber nicht nur Test- oder Neukunden für den ÖV gewinnen. Wir wollen uns vor allem auch bei den Stammkunden bedanken. Dafür werden wir ebenfalls in den Monaten Dezember, Jänner und Februar an jedem Mittwoch in einem ausgewählten Zug- oder Buskurs in der Steiermark eine `Dankeschön-Aktion´ durchführen. Alle NutzerInnen im jeweiligen Kurs bekommen an diesem Tag als Danke eine Schokolade mit Gewinncode. Mit diesem Gewinncode, den man über das Internet abrufen kann, gibt es als Tagespreis Gutscheine des Steirischen Verkehrsverbundes in der Höhe von 300 EURO zu gewinnen. Als Hauptpreis am Ende der Aktion wird unter allen TeilnehmerInnen ein E-Scooter verlost." Gleichzeitig werde mit dieser Aktion auch die Zufriedenheit der Fahrgäste mit dem ÖV erhoben. „Ich bin davon überzeugt, dass wir mit `Meine Luft = Reine Luft´ ein Paket geschnürt haben, dass in den am stärksten belasteten Wintermonaten, aber auch darüber hinaus zur weiteren Reduktion der Schadstoffbelastungen führen und zum Umstieg auf den ÖV anregen wird. In diesem Zusammenhang möchte ich mich sehr herzlich bei allen Beteiligten der Projektgruppe und hier besonders bei den Linien des Steirischen Verkehrsverbundes bedanken, die diese tolle Aktion unterstützen", so der Landesrat abschließend.

27. November 2015

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