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„Ablenkung und Unachtsamkeit sind weiterhin Unfallverursacher Nummer 1“

Landesrat Anton Lang / Hofrätin Dr. Maria Knauer- Lukas © Land Steiermark
Landesrat Anton Lang / Hofrätin Dr. Maria Knauer- Lukas
© Land Steiermark

„Verkehrssicherheitsarbeit hat in der Steiermark eine lange Tradition. So wurde bereits 2003 der Verkehrssicherheitsbeirat gegründet, womit die Steiermark national federführend ist. Das Gremium entscheidet in einem periodischen Zyklus über die Maßnahmen im Bereich der Verkehrssicherheit auf Basis einer ausführlichen Analyse der aktuellen Unfallstatistik und aktueller Ereignisse", so Landesbaudirektor und Leiter der Landesverkehrsabteilung Andreas Tropper.

Das neue Verkehrssicherheitsprogramm 2020 - 2025 (VSP) baut auf den vorangegangenen zwei Verkehrssicherheitsprogrammen (zuletzt 2011 - 2020) auf. „Im neuen Verkehrssicherheitsprogramm werden numerische Hauptziele festgelegt, die 25 Prozent weniger Getötete, 25 Prozent weniger Schwerverletzte und zehn Prozent weniger Unfälle mit Personenschaden zum Ziel haben. Der kürzere Beobachtungszeitraum wurde gewählt, damit wir rasch und entsprechend auf die sich ständig ändernden Bedingungen im Verkehrsgeschehen reagieren können. Aufgrund von technologischen Veränderungen wie zum Beispiel die fortschreitende Automatisierung im Fahrzeug und die rasch wachsende E-Mobilität wird es zukünftig immer wichtiger sein, auf neue Tendenzen mit fokussierten Verkehrssicherheitsmaßnahmen reagieren zu können", betont Verkehrslandesrat Anton Lang.

Fakten - statistische Daten

Seit dem Jahr 2010 konnte ein kontinuierlicher Rückgang sowohl bei den Unfällen (9 Prozent) als auch bei den Schwerverletzten (7 Prozent) erreicht werden. Mit dem Rückgang der Verkehrstoten um 13 Prozent auf den Absolut-Wert von 69 im Jahr 2018 wurde die niedrigste Zahl an Getöteten seit 1961 erreicht, obwohl sich die Kraftfahrzeugdichte im Zeitraum von 1961 - 2017 mehr als vervierfacht hat.

2018 wurde auch die bislang niedrigste Unfallanzahl im Straßenverkehr erreicht (5795 Unfälle). Das ist ein Rückgang von 7 Prozent zu 2017. Es kann ein Rückgang der Getöteten bei PKW-Unfällen festgestellt werden, aber leider ein Anstieg bei den Getöteten bei Motorrad-Unfällen.

Bei den Schwerverletzten zeigt sich eine deutliche Verlagerung von PKW zu Radfahrern. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass der Radverkehr in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist.

Hauptunfallursache Nummer 1 ist nach wie vor Ablenkung und Unachtsamkeit, gefolgt von 27 Prozent durch Vorrangverletzung und Rotlichtmissachtung und 14 Prozent durch überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit. Wichtig ist zu betonen, dass bei den Getöteten als Hauptunfallursache jedoch überhöhte Geschwindigkeit mit 30 Prozent festzustellen ist.


Themen und Problembereiche in den nächsten 6 Jahren:  

  • Ablenkung & Unachtsamkeit:

Kampagne „Augen auf die Straße" (gestartet 2017)

  • Geschwindigkeit

Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit ist bei den tödlichen Unfällen die Unfallursache Nummer 1.

  • Fahrtauglichkeit (Alkohol, Drogen, Medikamente, Müdigkeit)

Die aktive Einschätzung der eigenen Fahrtauglichkeit ist bisher viel zu wenig im Selbstverständnis der Verkehrsteilnehmer verankert.

  • Missachtung und Ignoranz

Ein Risikofeld, das in der Gesellschaft zunehmend als Kavaliersdelikt verharmlost wird, ist die Missachtung von Geboten und Verboten wie zum Beispiel bei Rotlicht über die Kreuzung zu fahren.

Maria Knauer-Lukas, zuständig für Verkehrssicherheit innerhalb der A16: „Die Herausforderung in der Verkehrssicherheitsarbeit ist die Verhaltens- und Einstellungsänderung bei jenen VerkehrsteilnehmerInnen, die durch Selbstüberschätzung, Ignoranz, Leichtsinn und zu hoher Risikobereitschaft sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer gefährden beziehungsweise die Schuld an tödlichen Unfällen haben. Diese mit bewusstseinsbildenden Maßnahmen zu erreichen ist besonders schwierig und bedarf einer langfristigen Strategie mit unterschiedlichen Methoden."

Externe Verknüpfung >> Das neue Verkehrssicherheitsprogramm 2020 - 2025


28. Oktober 2019

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