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„Die Entwicklung des Radverkehrs zeigt eine klare Trendwende in der Mobilität“

LBD DI Andreas Tropper, LR Anton Lang, "A16-Stratege" Mag. Bernhard Krause (v.l.). © Land Steiermark
LBD DI Andreas Tropper, LR Anton Lang, "A16-Stratege" Mag. Bernhard Krause (v.l.).
© Land Steiermark

Im Jahr 2016 hat der Landtag Steiermark auf Antrag von Verkehrslandesrat Anton Lang die Radverkehrsstrategie 2025 beschlossen. Mit einem umfangreichen Förderungsprogramm Externe Verknüpfung (www.radland.steiermark.at/foerderung)  werden steirische Gemeinden und Unternehmen vom Land dabei unterstützt, Radfahren im urbanen und suburbanen Raum attraktiver zu machen. Seither haben 22 Gemeinden gemeinsam mit dem Land Radverkehrskonzepte mit einem Projektvolumen von rd. 40 Millionen Euro entwickelt. Aktuell sind weitere 24 Gemeinden dabei, die Infrastruktur für RadfahrerInnen durch Radverkehrskonzepte zu verbessern.

Anteil des Radverkehrs steigt

Noch nie waren so viele Menschen mit dem Fahrrad unterwegs: In der von Feinstaub stark belasteten Landeshauptstadt Graz ist der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen (Modal Split) zwischen 2013 und 2018 um ein Viertel auf fast 20 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum ist der Anteil des motorisierten Individualverkehrs (der von 2008 auf 2013 noch zugenommen hatte) etwa im gleichen Ausmaß gesunken.

LR Anton Lang: „Infrastruktur muss besser und sicherer werden!"

„Wir erleben gerade eine Trendwende in der Mobilität. Immer mehr Menschen kommen drauf, dass sie in Städten und dicht besiedelten Gebieten mit dem Rad schneller vorankommen als mit dem Auto und steigen um. Leider entspricht die Verteilung der Verkehrsflächen bei weitem nicht mehr dem tatsächlichen Verkehrsaufkommen. Wenn wir wollen, dass noch mehr Menschen auf umweltfreundliche Fahrräder oder E-Bikes umsteigen, muss das Angebot größer und vor allem sicherer werden", so Lang. Konkret will der Verkehrslandesrat die Errichtung breiterer und baulich abgetrennter Radwege forcieren, um den gefährlichen Mischverkehr aus Autos, RadfahrerInnen und FußgängerInnen zu reduzieren.

Österreichischer Mobilitätspreis für Radnetzstudie Graz und Grazer Umland

Das Land (Abteilung 16 Verkehr und Landeshochbau) hat in Zusammenarbeit mit der TU Graz, der Fa. Bikecitizens und der Fa. Planum eine Radnetzstudie für den steirischen Kernballungsraum (Grazer Umlandgemeinden und Graz) erarbeiten lassen. Auf Grundlage der räumlichen Verteilung von Hauptwohnsitzen, Arbeitsplätzen und aktuellen Verkehrsströmen haben die WissenschafterInnen ein Idealnetz mit drei Kategorien von Radwegen entworfen - von durchgängigen Rad-Schnellrouten bis zu den lokalen Verteilernetzen. Am 17. September 2019 wurde dieses Projekt (Studie) mit dem Österreichischen Mobilitätspreis ausgezeichnet.

100 Mio. Euro für Radverkehr im Großraum Graz

Einen Schulterschluss zwischen Land Steiermark und Stadt Graz, wie er in dieser Dimension zu Gunsten des Radverkehrs noch nie dagewesen ist, wurde erst kürzlich präsentiert. Nicht weniger als 100 Mio. Euro, zu gleichen Teilen von beiden Gebietskörperschaften finanziert, sollen in die Ertüchtigung der Infrastruktur investiert werden, um den Anteil der FahrradfahrerInnen im gesamten Verkehrsaufkommen im Großraum Graz bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln. International ist Graz mit dieser Investition ein Aushängeschild und ein Vorbild für europäische Städte. In Amsterdam und Kopenhagen werden jährlich 11 bzw. 21,5 Euro pro Einwohner in den Radverkehr investiert. Mit den rund zehn Millionen Euro jährlich bedeutet das eine Investition von rund 33 Euro pro Kopf in Graz.

Das „grüne Trikot für die Steiermark"

„Die aktuelle Radverkehrsstrategie trägt ja den Namen ,Starker Antritt - Das grüne Trikot für die Steiermark‘. Ein Blick auf die Projekte und teils historische Übereinkommen wie mit der Stadt Graz zeigt, dass wir den ,Antritt‘ längst im Rückspiegel haben und bereits auf Hochtouren ,radeln‘. Mit all‘ diesen Initiativen starten wir in punkto Radverkehr ein Projekt, das sich durchaus mit dem S-Bahn-Projekt im Jahr 2007 vergleichen lässt. Und das ist ja bekanntlich mehr als eine Erfolgsgeschichte geworden", betont Landesbaudirektor Andreas Tropper, Leiter der A16 (Verkehr und Landeshochbau).

„Nicht nur VerkehrsteilnehmerInnen, auch Politiker müssen umdenken"

Verkehrslandesrat Lang hatte 2018 mit der Initiative GO RADMOBIL eine Informationskampagne zur Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung gestartet. Im Mai 2019 war Graz Tagungsort des Österreichischen Radgipfels. Rd. 450 ExpertInnen aus 15 Nationen haben dort über die künftigen Entwicklungen urbaner Mobilität referiert und diskutiert. Einhelliger Tenor: Zeitgemäße und nachhaltige Stadt- und Verkehrsplanung soll den Menschen dienen und nicht den Fahrzeugen. Landesrat Lang bekennt sich zu einem Umdenken in der Politik: „Mobilität ist ein menschliches Grundbedürfnis, dem die Politik Rechnung tragen muss. Die Bevölkerung wächst weiter. Also müssen wir die knappen Verkehrsflächen so ökonomisch wie möglich nutzen. Und das heißt für die Verkehrspolitik: Mehr Raum für öffentliche Verkehrsmittel und für das platzsparende Fahrrad."

Zahlen und Fakten zur Radmobilität

Radverkehrskonzepte in steirischen Planungsregionen, derzeit in Umsetzung:

Feldbach, Trofaiach, Wildon, Gratkorner Becken (Gratkorn, Gratwein), Kleinregion Hartberg (Hartberg, St. Johann, Greinbach, Hartberg Umgebung)

Projektvolumen für die kommenden 10 Jahre dzt. rd. 40 Millionen Euro (rd. 22 Mio. beschlossen, rd. 18 Mio. beschlussreif)

Zielnetzlänge (Radverbindungen Alltagsradverkehr; Stand Okt. 2019):

Hauptachsen.........................  rd. 290km
Verbindung-, Sammelachsen..rd. 360 km
Gesamtlänge........................   rd. 650 km    

Derzeit in Vorbereitung:

Bruck Mur, Radregion Weiz (Weiz, Mortantsch, Nass, St. Ruprecht, Thannhausen, Mitterdorf a.d. Raab), Zentralraum Leibnitz (Leibnitz, Wagna, Gralla, Tillmitsch, Gabersdorf), Bad Radkersburg, Großraum Leoben (Leoben, Proleb, Nicklasdorf), Kleinregion Gleisdorf (Albersdorf-Prebuch, Ludersdorf-Wilfersdorf, Gleisdorf, Hofstätten a. d. Raab) , Fehring, Kernraum Voitsberg (Voitsberg, Köflach, Bärnbach, Rosental, Maria Lankowitz), Liezen, GU-Süd (Fernitz-Mellach, Raaba-Grambach, Vasoldsberg, Hart, Hausmannstätten, Gössendorf)

Jährlich werden auch Einzelmaßnahmen in weiteren steirischen Gemeinden umgesetzt und vom Land kofinanziert.

2018 - 43 Radverkehrsprojekte mit rd. 4 Millionen kofinanziert
2019 - 33 Radverkehrsprojekte mit rd. 3,5 Millionen kofinanziert 

Gesamtlänge der Landesradrouten in der STMK  rd. 2.400 km

Straßennetz (Gemeinde-, Landes- und Bundesstraßen)

  • Landesstraßen B rd. 1.580 km
  • Landesstraßen L rd. 3.350 km
  • Gemeindestraßen (ohne Stadt Graz) rd. 17.300 km
  • Gesamtlänge Straßennetz Steiermark rd. 22.230 km

4. November 2019

 

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