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Semmering-Basistunnel: Bau der Tunnel-Schächte

Christian Kern, LR Karl Wilfing, Tunnelpatin Elisabeth Schöggl, BM Alois Stöger und LH-Stv. Michael Schickhofer (v.l.). © ÖBB
Christian Kern, LR Karl Wilfing, Tunnelpatin Elisabeth Schöggl, BM Alois Stöger und LH-Stv. Michael Schickhofer (v.l.).
© ÖBB

Startschuss für den Bau des Semmering-Basistunnels: Nach den abgeschlossenen Vorarbeiten entstehen im steirischen Fröschnitzgraben aktuell jene beiden rund 400 Meter tiefen Schächte, über die der Tunnelbau in Richtung Gloggnitz und Mürzzuschlag vorangetrieben wird. Bundesminister Alois Stöger, Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer, Landesrat Karl Wilfing, René Kotacka, Leiter des Implenia Geschäftsbereichs Infrastructure, und Christian Kern, Vorstandsvorsitzender der ÖBB-Holding AG, läuteten heute den Start der Schachtarbeiten
beim Semmering-Basistunnel feierlich ein.
Christian Kern, Vorstand der ÖBB Holding AG: „Der Semmering-Basistunnel ist eines der
best- und meistgeprüften Projekte Österreichs. Er ist ein Schlüsselprojekt für die Südstrecke
und Voraussetzung dafür, Mobilität in Österreich umweltfreundlicher zu gestalten. Mit dem
Tunnel bekommt die Bahn im Güterverkehr die Voraussetzungen, um mehr Waren von der
Straße auf die Schiene zu bringen. Bahnfahrer profitieren von einer Zeitersparnis von 30
Minuten zwischen Wien und Graz."
Alois Stöger, Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie: „Die Republik
Österreich investiert 11 Mrd. Euro in den Bahnausbau der Südstrecke. Damit werden wir die
Fahrzeiten und den Komfort für die Fahrgäste deutlich verbessern und können auch auf der
Südstrecke noch mehr Menschen für die Bahn begeistern. Gleichzeitig sichern diese
Investitionen aber auch den Wirtschaftsstandort Österreich, sie sind das Herzstück der
Baltisch-Adriatischen Achse. Der Schienengüterverkehr und die Anbindung heimischer
Unternehmen und Regionen an die europäischen Wirtschaftszentren und den Weltmarkt
schaffen Arbeitsplätze in Österreich."
Für den steirischen Landeshauptmann-Stv. Michael Schickhofer ist es ein „Freudentag",
an dem man den Fortschritt des Projektes erleben kann: „Der Semmering-Basistunnel ist für
die Steiermark enorm wichtig. Durch das Bauprojekt werden tausende Arbeitsplätze, vor allem
in der Region, geschaffen. Die Anbindung an die zentraleuropäische Verkehrsachse von
Warschau bis zu den großen Häfen in Venedig und Ravenna ist die Chance für den
Erfolgsstandort Steiermark."
Niederösterreichs Verkehrs-Landesrat Karl Wilfing betonte den Nutzen, den der
Semmering-Basistunnel für die zukünftigen Generationen in Niederösterreich bringen wird:
„Das Projekt ist vielfach geprüft und für gut und wichtig befunden worden. Dem Bau steht nun
nichts mehr im Wege. Auch auf niederösterreichischer Seite geht es bald mit dem Tunnelbau
los, in Gloggnitz hat sich im Rahmen der Vorarbeiten bereits einiges getan, wie der Bau der
beiden Eisenbahnbrücken oder der Hochwasserschutz entlang der Schwarza."
Chef der Implenia-Infrastruktur-Sparte René Kotacka zeigte sich über die Chance erfreut,
zusammen mit ARGE-Partner Swietelsky beim mittleren und größten Tunnel-Baulos des
Semmering-Basistunnels das Ingenieurs-Know-How einfließen zu lassen: „Der Semmering-Basistunnel ist eines der europaweit größten und technisch anspruchsvollsten Projekte, an
dem wir gerne mitwirken."
Nach einer ökumenischen Segnung richtete Tunnelpatin Elisabeth Schöggl, Witwe des in
Lassing verstorbenen Josef Schöggl, in bergmännischer Tradition ihre Grußworte an
Festgäste und Mineure: „Mein vollster Respekt gilt den Arbeitern an der Ortsbrust, die ein
Jahrhundertprojekt in kleinen Schritten entstehen lassen. Ich wünsche den Mineuren und allen
Beteiligten gutes und vor allem unfallfreies Gelingen."

Tunnel-Abschnitt Fröschnitzgraben
Der mittlere von drei Abschnitten des Semmering-Basistunnels ist jener im Fröschnitzgraben.
Auf rund 13 km wird der Tunnel vom Fröschnitzgraben aus in Richtung Gloggnitz und
Mürzzuschlag gebaut. Der etwa 4 km lange Abschnitt in Richtung Mürzzuschlag entsteht im
Bagger- und Sprengvortrieb, der etwa 9 km lange Abschnitt in Richtung Gloggnitz wird mit
zwei Tunnelbohrmaschinen gebaut. Damit der Tunnelbau vom Fröschnitzgraben aus
beginnen kann, müssen zuerst zwei Schächte tief ins Innere des Berges gebaut werden. 400
m tief sind diese Schächte - dies entspricht der Höhe eines Wolkenkratzers mit über 130
Stockwerken. Am Fuß der Schächte beginnt dann ab 2017 der Bau der eigentlichen
Tunnelröhren. Die Schächte dienen später als Belüftung der Nothaltestelle.
In den letzten Monaten wurden am bereits begonnenen Tunnel-Abschnitt Fröschnitzgraben
die vorbereitenden Arbeiten bescheidgemäß weitergeführt. Nachdem das
Bundesverwaltungsgericht grünes Licht gegeben hat, konnten alle Arbeiten uneingeschränkt
volle Fahrt aufnehmen - neben den Arbeiten in der Deponie Longsgraben auch der Bau der
beiden Tunnel-Schächte.
Die ARGE Tunnel Fröschnitzgraben (Swietelsky Tunnelbau GmbH & Co KG / Implenia AG)
baut im Auftrag der ÖBB-Infrastruktur AG das Baulos Tunnel Fröschnitzgraben. Rund 400
Mitarbeiter sind beim Baulos Tunnel Fröschnitzgraben beschäftigt.

So geht es weiter
Der zweite Tunnelabschnitt „Gloggnitz", der auf einer Länge von mehr als 7 km zur Gänze in
Niederösterreich liegt, wird in einem Bagger- und Sprengverfahren von zwei Baustellen
ausgehend gebaut: Ab Herbst 2015 wird vom Tunnelportal in Gloggnitz in Richtung
Mürzzuschlag gegraben bzw. vom Zugangsschacht Göstritz (Schottwien/NÖ) bauen die
Mineure in Richtung Gloggnitz und Mürzzuschlag. Derzeit finden vorbereitende Arbeiten für
den Tunnelbau statt.
Für den dritten und letzten, rund 7 km langen Tunnelabschnitt „Grautschenhof" läuft aktuell die
Detailplanung - geplanter Beginn der Tunnelbauarbeiten Frühjahr 2016.

Semmering-Basistunnel
Der rund 27 km lange Semmering-Basistunnel bringt mehr Reisequalität für die Fahrgäste und
erhöht die Leistungsfähigkeit des Schienengüterverkehrs deutlich. Ab 2026 reisen Fahrgäste
umweltfreundlich und sicher mit der Bahn in nur zwei Stunden von Wien nach Graz. Ab
diesem Zeitpunkt wird auch der Güterverkehr energieeffizient auf der neuen Strecke
abgewickelt. Was bisher auf der Weststrecke mit attraktiven Fahrzeiten und dichten Zugintervallen erlebbar ist, wird bald auch auf der Südstrecke umgesetzt. Durch den
Semmering-Basistunnel wird die Bahn nun auch auf der Nord-Süd-Verbindung Österreichs
zum Auto und zum LKW konkurrenzfähig.
Der Semmering-Basistunnel ist eines der wichtigsten Projekte der neuen Südstrecke und
erfüllt als Teil des Baltisch-Adriatischen Korridors von Danzig bis Ravenna eine
Schlüsselfunktion im europäischen Schienennetz.

Rückfragehinweise:
ÖBB-Holding AG
Ing. Mag. Michael Braun
ÖBB-Holding AG, Konzernkommunikation
Pressesprecher
Mobil: 0664/2869990
michael.braun@oebb.at,
www.oebb.at

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