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Neue Richtlinie, neuer Call bis 24. Juli 2020

Nun ist sie da, die neue Förderrichtlinie zum "Mikro-ÖV". Auch der neue Call ist eröffnet, Einreichungen sind bis 24. Juli 2020 möglich.

Änderungen/Neuerungen der Rili zum Jänner 2017 in Stichworten (Kurzversion):

  • ein Antrag bei regionalen/gemeindeübergreifenden Projekten
  • Kreis der Antragsberechtigten erweitert, neu sind Regionalverbände
  • Konkurrenzkriterien vereinfacht und im Anhang der Richtlinie zusammengefasst

bis 500m Fußweg zumutbar (ausgenommen mobilitätseingeschränkte Personen)
<7km Fahrtstrecke
+/- ½ Stunde Abstand zum ÖV (ausgenommen mobilitätseingeschränkte Personen)

  • auch Förderung anderer Gebietskörperschaften und Abteilungen ist zulässig
  • keine Förderung für Gratissysteme
  • ausschließliche Förderung von Betriebskosten nach Einreichung und Projektstart
    - in Probebetriebsphase: Keine Förderung von Prozessbegleitungskosten und Marketing und Werbung und erstmalige Haltestellenerstausstattung mehr; werden über erhöhten Förderungsbeitrag in der Probebetriebsphase jedenfalls teilweise abgegolten;
    - in Dauerbetriebsphase: Prozessbegleitungskosten udgl. werden als sonstige Betriebskosten bis 15% der förderfähigen Kosten akzeptiert (einschließlich Haltestellenerstausstattung, Marketing und Werbung und Evaluierungskosten);
  • Reihung der Antragsteller für neue Projekte wenn Andrang zu groß ist:
    nach Anteil Einwohner ohne ÖV-Güteklasse
  • auch Reihung des Dauerbetriebs möglich, wenn Fördermittel knapp sind; erstmalige Reihung aber erst bei erster Fortsetzung von Dauerbetrieb
  • drei Jahre Dauerbetrieb (statt bisher fünf)
  • neue Projekte starten immer im Probebetrieb

„Mikro-ÖV" (Mikro-Öffentlicher-Verkehr) beschreibt unterschiedliche Nahmobilitätsangebote für den Personenverkehr, vorrangig auf kommunaler Ebene. In ländlichen Räumen und peripheren Gebieten ist die Abhängigkeit vom privaten Pkw oft sehr groß. Dies stellt insbesondere Personen ohne Zugang zu einem Pkw vor enorme Herausforderungen. „Mikro-ÖV"-Angebote sind bedarfsorientiert, flexibel und in ihrer Größenordnung im Vergleich zu konventionellen Linienverkehren eher klein gehalten - "mikro" eben. Ziel ist es, gemeinsam mit dem Mikro-ÖV einen flächendeckenden 1-Stunden-Takt zu ermöglichen.

FÖRDERGEGENSTAND: Mikro-ÖV-Angebote im Sinne der Mikro-ÖV Strategie Steiermark werden dauerhaft gefördert. Antragsberechtigte können für neue und auch für bestehende Mikro-ÖV Projekte um Fördergelder ansuchen, wobei die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinden über die Steuerkraftkopfquote entsprechend berücksichtigt werden.

GÜLTIGKEIT: Projekte auf dem Gebiet des Landes Steiermark

FRISTEN: Anträge zur Förderung von Mikro-ÖV Angeboten können im Jahr 2020 ab sofort bis einschließlich 24. Juli 2020 abgegeben werden. Das neu zu vergebende Förderungsvolumen beträgt aktuell € 890.000 und wird erstmals 2021 ausbezahlt. Werden mehr Anträge gestellt als Förderungsmittel zur Verfügung stehen, werden die Projekte nach dem Verhältnis der Einwohneranzahl zur ÖV-Bedienqualität gereiht. Dabei werden Projekte mit höheren Anteilen von Einwohnern ohne ÖV-Güteklasse vorgereiht.

ANTRAGSTELLER: Antragsberechtigt sind Gemeinden und bei größeren gemeindeübergreifenden bzw. regionalen Projekten für mehrere Gemeinden Gemeindeverbände lt. B-VG, Regionalverbände lt. StLREG und Regionalmanagements, die hierbei selbst als Fördernehmer auftreten und den Förderungsvertrag im eigenen Namen abschließen.

EINREICHUNG: Diese erfolgt sowohl elektronisch als auch zusätzlich in Papierform an die Ansprechperson.

E: abteilung16@stmk.gv.at

Betreff: „Mikro ÖV Förderung, Gemeindename, Projektname, Projektphase Zeitraum, Förderungsantrag"

z.B. „Mikro ÖV Förderung, Mustergemeinde, Musti, Probebetrieb 2020 - 2022, Förderungsantrag"

Die e-mails dürfen eine Größe von 10MB nicht überschreiten. Im Bedarfsfall sind die Antragsunterlagen auf mehrere e-mails aufzuteilen.

Sie finden unter Downloads alle wesentlichen Unterlagen!

ANSPRECHPERSON:

Land Steiermark
Abteilung 16 Verkehr und Landeshochbau
Öffentlicher Verkehr
DI Gernot Aigner
Stempfergasse 7, 8010 Graz
T: +43 316 877 8784
E: gernot.aigner@stmk.gv.at

DATENSCHUTZ - Allgemeine Informationen

- zu den Ihnen zustehenden Rechten auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Verarbeitung, Widerruf und Widerspruch sowie auf Datenübertragbarkeit,

- zu dem Ihnen zustehenden Beschwerderecht bei der Österreichischen Datenschutzbehörde und

- zum Verantwortlichen der Verarbeitung und zum Datenschutzbeauftragten

finden Sie auf der Datenschutz-Informationsseite der Steiermärkischen Landesverwaltung Externe Verknüpfung datenschutz.stmk.gv.at.

Die „Mikro-ÖV"-Strategie des Landes Steiermark fußt auf folgenden 7 Grundsätzen:

  • „Mikro-ÖV" leistet für viele Menschen - insbesondere im ländlichen Raum -  einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung und Sicherung von Daseinsgrundfunktionen 

Mobilität ist eine wichtige Voraussetzung zur Erfüllung von Daseinsgrundfunktionen, etwa Gesundheitsversorgung, Behördenwege, Einkäufe. Insbesondere im ländlichen Raum ist daher ein Grundangebot an ÖV unverzichtbar. „Mikro-ÖV" erfüllt in diesen Gebieten, in denen aufgrund der geringen Nachfrage keine Regionalbusse verkehren oder Haltestellen des ÖV nicht mehr fußläufig oder mit dem Fahrrad erreichbar sind, eine wichtige (Zubringer-)Funktion.

  • „Mikro-ÖV" leistet einen Beitrag zur sozialen Inklusion

Jugendliche und junge Erwachsene sowie weitere Personen ohne Führerschein, SeniorInnen und in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen aber auch Menschen, die sich keinen eigenen Pkw leisten können oder wollen, sind auf alternative Mobilitätsangebote, insbesondere Angebote des ÖV angewiesen. Teilhabe am sozialen Leben - das reicht vom Besuch von Verwandten und FreundInnen über die Teilnahme am Musikschulunterricht oder am Sporttraining bis hin zum Besuch von Veranstaltungen oder Ausstellungen - ist in vielen Regionen der Steiermark ohne Überwindung großer Entfernungen nicht möglich. Auch hier leistet „Mikro-ÖV" (in Kombination mit dem Linienangebot des ÖV) einen unverzichtbaren Beitrag.

  • „Mikro-ÖV" soll einen Beitrag zur Erhöhung des Modal-Split-Anteils des Öffentlichen Verkehrs leisten

Neben dem Zu-Fuß-Gehen und dem Radverkehr ist der Öffentliche Verkehr (ÖV) die zentrale nachhaltige Mobilitätsform. „Mikro-ÖV" dient direkt und indirekt (durch seine Zubringerfunktion) der Vermeidung von Fahrten mit dem privaten Pkw und erhöht somit den Anteil des ÖV am Modal Split.

  • „Mikro-ÖV" darf nie in Konkurrenz zu den Linienangeboten des Öffentlichen Verkehrs treten, sondern soll - wo immer das möglich ist - als Zubringer fungieren

„Mikro-ÖV" versteht sich als Teil des Öffentlichen Verkehrs, er sollte so konzipiert sein, dass eine bestmögliche Abstimmung mit dem bestehenden, liniengebundenen ÖV gewährleistet ist. Er ist so zu planen, dass - wenn vorhanden - Haltestellen des Linienverkehrs bedient werden und somit die Zubringerfunktion betont wird. Keinesfalls darf „Mikro-ÖV" in Konkurrenz zum bestehenden ÖV treten. Synergien von „Mikro-ÖV"-Angeboten mit anderen bestehenden Verkehren sind entsprechend zu überprüfen und bestmöglich zu nutzen. Das sind z. B. SchülerInnen-Gelegenheitsverkehre, Kindergartenfahrten und andere spezifische Transportdienste.

  • Vorrangige Zielgruppen 

Jugendliche und junge Erwachsene
SeniorInnen
ökonomisch benachteiligte Personen
Menschen mit eingeschränkter Mobilität
PendlerInnen

Je nach Bedarf und örtlichen Gegebenheiten können und sollen zusätzlich weitere Zielgruppen bedient werden. Vorwiegend touristische Angebote (wie z. B. Schibusse) werden von der „Mikro-ÖV"-Strategie Steiermark nicht erfasst.

  • „Mikro-ÖV" erfordert sorgfältige Planung 

Der Einführung eines „Mikro-ÖV"-Angebotes hat eine sorgfältige Planung voranzugehen. „Mikro-ÖV"-Systeme sind im Sinne der Nachhaltigkeit zu planen und umzusetzen (ökologisch, sozial, ökonomisch). Bereits in der Planungsphase ist die Bevölkerung einzubeziehen.

  • Qualitätsverbesserung durch regelmäßige Evaluierung

Durch die Erfassung der Anzahl der Fahrgäste, der Nachfrageentwicklung und des Beförderungszwecks, der Zubringerfunktion zum ÖV und der Kosteneffizienz sind die Voraussetzungen für eine aussagekräftige Evaluierung gegeben. In dieser Evaluierung sind die Ergebnisse einer regelmäßigen Erhebung der Fahrgastzufriedenheit einzubeziehen.

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