Feierliche Eröffnung der Haltestelle Gleisdorf West

Nach nur eineinhalb Jahren Planungs- und Bauzeit

Peter Gspaltl (Geschäftsführer Verkehrsverbund Steiermark), LH-Stv. Anton Lang, Heike Krug-Leitold (Steiermarkbahn, Leitung Unternehmensentwicklung), Direktor Ronald Kiss (Steiermärkische Landesbahnen) und Gleisdorfs Vize-Bgm. Thomas Reiter (v.l.)
Peter Gspaltl (Geschäftsführer Verkehrsverbund Steiermark), LH-Stv. Anton Lang, Heike Krug-Leitold (Steiermarkbahn, Leitung Unternehmensentwicklung), Direktor Ronald Kiss (Steiermärkische Landesbahnen) und Gleisdorfs Vize-Bgm. Thomas Reiter (v.l.)© Land Steiermark/Resch

Nach nur eineinhalb Jahren Planungs- und Bauzeit erstrahlt die Haltestelle der Steiermärkischen Landesbahnen in Gleisdorf West in neuem Glanz. Heute wurde die Haltestelle als Mobilitäts-Infrastruktur-Großprojekt der nächsten Generation feierlich eingeweiht und offiziell für eröffnet erklärt. Die Steiermärkischen Landesbahnen präsentieren mit der Haltestelle Gleisdorf West ein hoch modernes, intermodales Haltestellen-Konzept, das nicht nur für maximalen Fahrgastnutzen steht, sondern auch die Weichen klar in Richtung Klimaneutralität stellt.

Mit einer Gesamtnutzungslänge von 120 Meter präsentiert sich der neue Bahnsteig von zwei Seiten barrierefrei zugänglich. Die auf 55 Zentimeter optimierte Bahnsteigkantenhöhe ermöglicht zudem einen niveaugleichen Ein- und Ausstieg in die modernen Nahverkehrstriebwagen. Ein energieoptimiertes LED-Beleuchtungskonzept setzt nicht nur die Haltestelle, sondern auch alle Zugänge sowie das angeschlossene Park+Ride-Areal sicherheitstechnisch ins rechte Licht. Ein Wegeleitsystem soll zusätzlich der besseren Orientierung dienen.

Das Herzstück des neuen Bahnsteigs bildet ein heller, moderner Fahrgastunterstand mit mehreren Sitzmöglichkeiten und diversen Informationszonen. Über Bildschirm steht den Fahrgästen ein dynamisches Fahrgastinformationssystem mit Echtzeitdaten vom Verkehrsverbund des Landes Steiermark direkt an der Haltestelle zur Verfügung. Dem Umweltgedanken folgend bietet ein eigenes Abfalltrennsystem den Fahrgästen die Möglichkeit, ihren Beitrag zur Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft zu leisten.

Ein spezieller Vandalismusschutz sorgt für wartungsschonendes Betreiben und gewährleistet eine saubere und sichere Haltestelle. Der zentral zugängliche Trinkbrunnen und jede Menge Schließfächer komplettieren das Haltestellenangebot und sorgen für Komfort und ein entspanntes Bahnerlebnis. Eine E-Bike-Ladestation sowie eine angeschlossene Rad-Servicestation zur Selbstbedienung mit großzügigen, teils überdachten Abstellflächen ermöglichen den bequemen und raschen Wechsel zwischen Fahrrad, Auto, Bus und Bahn. Am Park+Ride-Areal wurde die Ladeinfrastruktur für E-Autos bereits vorbereitet - der Anschluss und die Inbetriebnahme sind für 2023 geplant. Damit wurde man allen Anforderungen an eine moderne, intermodale Mobilitätsinfrastruktur gerecht.

Bei allen Maßnahmen steht die Sicherheit stets an erster Stelle. So wurde der gesamte Haltestellenbereich auch diesbezüglich auf den neuesten technischen Stand gebracht und wird künftig zentral gesteuert videoüberwacht. Bei den Steiermärkischen Landesbahnen zeigt man sich zudem erfreut, dass sich bei den öffentlichen Ausschreibungen auch viele steirische Unternehmen durchsetzen konnten und man so der Regionalität und Philosophie der möglichst kurzen Wege bestmöglich gerecht werden konnte.

Die Haltestelle Gleisdorf West wird durch die Steiermarkbahn und Bus GmbH, Verkehrsdienstleisterin im öffentlichen Personennahverkehr und zu 100 % im Besitz des Landes Steiermark, mit bis zu 50 S-Bahn-Verbindungen pro Tag bedient. Ein weiterer Ausbau aufgrund der sehr guten Inanspruchnahme des Angebotes wird aktuell evaluiert.

„Unser klares Ziel ist es noch mehr Menschen zum Umstieg auf die Öffis zu bewegen. Dazu braucht es beste Bedingungen, die hier in Gleisdorf mit der neuen Haltestelle geboten werden. Ich freue mich, dass wir auch in diesem Jahr zahlreiche Verbesserungen im Bereich des Öffentlichen Verkehrs erreichen konnten. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir diesen erfolgreichen Weg auch 2023 weitergehen", sagt Verkehrsreferent Lan-deshauptmann-Stv. Anton Lang.

„Wir unterstützen sämtliche Maßnahmen auf dem Weg zur Klimaneutralität, so natürlich auch den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr und freuen uns, dass wir mit der neuen, modernen Haltestelle in Gleisdorf West und dem Einsatz des ersten E-Großbusses in der Steiermark das Mobilitäts-Angebot grüner und noch attraktiver gestalten," freut sich Christoph Stark, Bürgermeister von Gleisdorf.

„Es freut uns, dass wir trotz der erschwerten Rahmenbedingungen der letzten eineinhalb Jahre dieses für uns wichtige Infrastrukturprojekt umsetzen konnten," so Direktor Ronald Kiss über die Herausforderungen des Projekts und die Leistungen seines Teams und aller beteiligten Unternehmen.

„Es freut mich, dass wir unseren Fahrgästen mit dieser hochmodernen Haltestelle noch mehr Komfort bei der Nutzung des öffentlichen Verkehrs bieten können. Mit einem dynamischen Fahrgastinformationssystem stellen wir über Monitore zudem Echtzeitdaten zu den zahlreichen Verbindungen direkt an der Haltestelle zur Verfügung", erklärt Peter Gspaltl, Geschäftsführer Verkehrsverbund Steiermark.

Ausbau der E-Mobilität im ÖPNV

Zeitgleich mit der Eröffnung der Haltestelle Gleisdorf West präsentiert die Steiermarkbahn und Bus GmbH ihren nächsten, großen Schritt in der Mobilitätswende: Den Iveco E-Way, der im Zuge eines Testprogramms des Landes Steiermark zum Einsatz von Elektrofahrzeugen im regionalen Busverkehr in ländlichen Gebieten angeschafft wurde.

Der elektrische Zwölf-Meter‐Großbus mit 378 kWh Leistung und maximaler Reichweite von 450 km bietet 41 Sitz- und 27 Stehplätze, ist voll klimatisiert, gänzlich barrierefrei und entspricht in puncto Verkehrstelematik allen Erfordernissen, die ein moderner Regiobus im Verkehrsverbund Steiermark mitbringen muss (Echtzeitanzeige, Anknüpfungsanzeigen, Fahrscheinautomaten, Abrechnungssystem etc.). Der E-Way kommt als erster der beiden angeschafften E-Großbusse auf der Linie 202 Weiz - Gleisdorf zum Einsatz. Seine Tagesleistung von ca. 230 km ist mit nur einem nächtlichen Ladevorgang bewältigbar. Es wird mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 0,85 bis 1,05 kWh/km gerechnet.

Die Ladeinfrastruktur am Standort Weiz wurde vom Schwesterunternehmen, der Steiermärkischen Landesbahn, in Kooperation mit der Energie Steiermark errichtet und erfüllt alle Voraussetzungen für den modernen Großbetrieb.

2 Millionen Euro für Elektromobilität im Busverkehr

Die Anschaffungskosten des großen Iveco E-Way belaufen sich auf rund 550.000 Euro. Insgesamt werden knapp 2 Millionen Euro durch die Steiermarkbahn und Bus GmbH in das gesamte E-Bus Projekt investiert. Diese Kosten beinhalten die Anschaffungskosten der E-Bus-Flotte, bestehend aus zwei Großbussen und zwei Midi-Bussen, die Herstellung einer umfassenden Ladeinfrastruktur an den Standorten, wie auch die für den Fahrdienst nötigen Zusatzausbildungen des Fahrpersonals und der MitarbeiterInnen in den Werkstätten. Ein beträchtlicher Teil davon wird vom Land Steiermark gefördert.

Die aus dem Test resultierenden Ergebnisse fließen zusammen mit den praktischen Erfahrungswerten von Fahrgästen und BuslenkerInnen in einem Studienbericht für das Land Steiermark zusammen.

14. Dezember 2022

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